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Strategien für eine nachhaltige Nutztierhaltung

22.07.2020 | CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag

Agrarpolitiker der CSU im Deutschen Bundestag und der CSU-Landtagsfraktion haben sich im Bayerischen Landtag mit dem Vorsitzenden des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, Bundesminister a.D. Jochen Borchert, zur Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland ausgetauscht. Die immer höheren Anforderungen unserer Gesellschaft an die Tierhaltung führen hierzulande zu deutlich höheren Produktionskosten. Auf der anderen Seite lassen sich höhere Preise an der Ladentheke nur vereinzelt, aber bei weitem nicht über das gesamte Sortiment durchsetzen. Unter diesen Voraussetzungen ist eine wirtschaftliche Nutztierhaltung nicht möglich.

Mit jährlich 60 Mio. Euro fördert der Freistaat Investitionen im Bereich Tierwohl bereits in erheblichem Maße. Der Bund hat kürzlich bundesweit weitere 300 Mio. Euro insbesondere für die Anpassung der Schweinehaltung an die neue Tierschutznutztierhaltungsverordnung beschlossen. Diese Mittel reichen nach Meinung von Experten für eine die Erfüllung der gesellschaftlichen Anforderungen aber bei weitem nicht aus.
Daher haben sich die Agrarpolitiker intensiv mit den Vorschlägen des Kompetenznetzwerkes für Nutztierhaltung ausgetauscht. Wesentliche Ergebnisse der Kommission sind Stallhaltungsformen mit stufenweise steigendem Tierwohl, eine transparente Kennzeichnung der daraus stammenden Tiere sowie eine sog. Tierwohlabgabe, die ergänzend zu der bisherigen Förderung zur Finanzierung der höheren Standards verwendet werden soll.

Der Vorsitzende des Kompetenznetzwerks, Bundesminister a. D. Jochen Borchert betont in seine Ausführungen: "Ohne öffentliche Gelder gibt es keine öffentlichen Güter, das trifft auch für die Tierhaltung zu. Ein Umbau braucht einen wirtschaftlich tragbaren Zeitrahmen und muss mehrheitlich von Politik und Gesellschaft getragen werden. Bei dem Prozess müssen auch auslaufende Betriebe hinreichen in den Blick genommen werden. Auch Landwirte, die bereits jetzt sehr viel für Tierwohl tun, sollen auch von den neuen Initiativen profitieren.

Entscheidend ist, dass eine mögliche Tierwohlabgabe bei den Bauern ankommt und dem Landwirt die erforderliche Planungssicherheit für die Mehrkosten durch eine verlässliche Vertragsgestaltung zwischen Staat und Landwirt gewährleistet wird. Dabei muss auch das Bau- und das Immissionsschutzrecht in den Blick genommen werden. Außerdem müssen wir darauf achten, dass unsere hohen Standards nicht durch Billigfleischimporte unterlaufen werden. Importe müssen zwingend auch mit einer Abgabe belegt und Herkünfte deutlich gekennzeichnet werden", so die CSU-Politiker.

"Unabhängig davon dürfen wir bei unseren Anstrengungen nicht nachlassen, dass Fleisch und Wurst auf allen Ebenen eine höhere Wertschätzung erfahren. Produkte aus der Region bieten hierfür den besten Ansatz. Bei uns gibt es z.B. zahlreiche Metzgereien, wo sich die Herkunft der Tiere bis zum Betrieb nachverfolgen lassen. Darüber hinaus bieten spezialisierte Erzeuger Fleischprodukte im Rahmen der Direktvermarktung an. Den direkten Kontakt schätzen unsere Verbraucher sehr. Außerdem finden Produkte mit unseren Qualitätssiegeln „Geprüfte Qualität Bayern“ und dem bundesweit einzigartigen Biosiegel hohe Anerkennung beim Verbraucher. Diesen bayerischen Weg der Vermarktung müssen wir auch im Rahmen neuer Initiativen, wie z. B. den Vorschlägen der Borchert-Kommission, weiter ausbauen.  Je mehr die Verbraucher auf regionale Herkunft achten, desto höher ist die Identifikation mit dem Produkt und desto größer ist die damit einhergehende Wertschätzung und letztendlich auch die der Wertschöpfung“, resümierte Martin Schöffel.

Karl Straub, MdL

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