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Residenzpflicht von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

11.06.2014, 08:52 Uhr | MdL Karl Straub

Sie fliehen vor Krieg und Armut – die Zahl der Asylbewerber nimmt drastisch zu. Die Unterbringung von Asylbewerbern entwickelt sich in zunehmendem Maße zu einer großen Herausforderung für die betroffenen Landkreise und Städte.
Auch die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge steigt stark an. Der Landkreis Pfaffenhofen nimmt dieses Problem sehr ernst, da es an geeigneten freien Plätzen in den Jugendhilfeeinrichtungen mangelt.
Man möchte daher versuchen, neue Wege zu gehen und mit der Unterbringung in Pflegefamilien eine Alternative zu den stationären Jugendhilfeeinrichtungen anbieten.
 
Abgeordneter Karl Straub, der im Bayerischen Landtag im Ausschuss für Verfassung und Recht für Asylsozialpolitik zuständig ist, bat persönlich den zuständigen Innenminister Joachim Herrmann um Unterstützung.
Straub steht einer Betreuung der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge in Pflegefamilien sehr positiv gegenüber, denn hier könnten die Jugendlichen sehr individuell betreut und versorgt werden.
Durch eine enge Zusammenarbeit von Vormund, Pflegeeltern und Pflegekinderdienst sei es möglich, vor Ort und zeitnah Lösungen für auftretende Fragen und Probleme zu finden.
Ganz besonders erfreulich sei es auch, dass sich bereits einige engagierte Familien gefunden hätten, die sich vorstellen könnten, einen Jugendlichen aufzunehmen und mit dem Pflegekinderdienst zusammenzuarbeiten.
 
Leider stelle die Residenzpflicht der Flüchtlinge für einen Teil der interessierten Familien eine Einschränkung dar, die den Familienalltag in einem so hohen Maße beeinträchtigen würde, dass sie sich letztlich doch gegen die Aufnahme eines jugendlichen Flüchtlings entscheiden. Verständlicherweise möchten die Pflegefamilien einerseits natürlich auch weiterhin mit ihrer Familie Urlaub oder Verwandtenbesuche im Ausland machen - andererseits wollen sie bei diesen Unternehmungen einen Jugendlichen, den sie in ihre Familie aufgenommen haben, nicht ausschließen.
 
Abgeordneter Straub setzt sich für praxisgerechte Lösungen ein, um den Pflegeeltern hinsichtlich der Auslandsaufenthalte entgegenzukommen, denn „es wäre traurig, wenn wir den Jugendlichen, die schon so viel erleiden mussten, eine sinnvolle Unterbringung in Pflegefamilien nicht ermöglichen könnten“.